Für den Schutz der SMAD-Einrichtungen wurden 1945 Wachbataillone benötigt. Zunächst wurde das im Mai 1945 eingerichtete Sperrgebiet in Karlshorst durch das 105. Grenzregiment des NKWD bewacht. Gleichzeitig erfolgte die Aufstellung von Truppenteile für die Bewachung des Sperrgebietes.  Am 18.9.1945 wurde das 133. Selbstständige Wachbataillon des Stabes der SMAD gebildet. Die Ausbildung des Bataillons war am 30.9.1945 abgeschlossen und ihm wurde das „Lager Karlshorst“ südlich der Trabrennbahn zugewiesen. Das Lager in der Wuhlheide wurde ab 1939 für Kriegsgefangene errichtet. Es mussten umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten geleistet werden, bis dieses Lager als Kaserne für Wacheinheiten genutzt werden konnte. Zeitzeugen berichten von Temperaturen in den Holzbaracken im Winter von 10 Grad und von tropfenden Decken. Im Oktober 1945 stellte die SMAD das neue 137. Wachbataillon auf. Ihm wurden Kasernenanlagen des ehemaligen Flugplatzes Karlshorst (Zwieseler Straße) zugewiesen.

Mit der Übergabe der Verwaltungsfunktionen im Oktober 1949 an die DDR-Regierung wurden die Wachbataillone am 20.11.1949 dem sowjetischen Stadtkommandanten unterstellt. Das 133. Wachbataillon bewachte jetzt Gebäude der Sowjetischen Kontrollkommission und später des Hohen Kommissars, das sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten und das Kriegsverbrechergefängnis in Spandau.  Nach den Ereignissen im Juni 1953 in Berlin wurde die Erhöhung der Präsenz sowjetischer Truppen in Berlin befohlen. Daraufhin wird das 24. Mech. Regiment von Bad Freienwalde nach Karlshorst verlegt. Unterstellmöglichkeiten für Panzer und Schützenpanzer werden neu errichtet. Im August 1961 werden die Panzertruppen ins Berliner Stadtzentrum verlegt. Am 22.8.1962 wird die sowjetische Stadtkommandantur von Berlin aufgelöst. Durch den Oberbefehlshaber der GSTD wurde deshalb bereits am 20.8.1962 die 6. Selbständige Sicherungsbrigade der GSTD gebildet. Kern dieser Brigade wurden die Selbständigen Kommandantendienstbataillone 133. (Berlin-Karlshorst), 154. (Groß-Glienicke), 162. (Börnicke) und 178. (Stahnsdorf).

Die 6. Selbständige Sicherungsbrigade wird am 19. 11.1962 in 6. Selbständige Mot.-Schützenbrigade umbenannt. Die Kommandantendienstbataillone werden in Mot. Schützenbataillone umstrukturiert. Sie verbleiben zunächst an ihren alten Stationierungsorten, bis die Infrastruktur in Karlshorst zur Aufnahme bereit ist (1964).

In die Sicherungsbrigade werden zusätzlich zwei Panzerbataillone (53. und 54. Selbständiges Panzerbataillon) aufgenommen. Mit diesen zusätzlichen Panzerbataillonen vereint die Berlin-Brigade in sich Wachaufgaben/Repräsentation und Kampfbereitschaft. Waren 1953 noch 45 Panzer T-34 hier stationiert, wuchs ihre Stärke 1967 auf drei Panzerbataillone (aus dem 162. Selbständigen Motorisierten Schützenbataillon wurde das 65. Selbständige Panzerbataillon gebildet) mit rund 150 Panzern und drei Mot.-Schützen-Bataillone mit rund 100 Schützenpanzerwagen an.

Für die Berlin-Brigade entstanden bis 1970 an der Treskowallee südlich der Trabrennbahn mehrere Kasernenneubauten und ein 10-geschossiger Wohnblock für Offiziere. Heute hat der Park Wuhlheide vom Kasernengelände wieder Besitz ergriffen. Lediglich die alte Kasernenstraße ist durch den breiten Fahrradweg zu erahnen.

Wolfgang Schneider

Besuch von Brigadier General Sidney Shachnow, Berlin Brigade US Army, im Hauptquartier der sowjetischen Berlin Brigade, Berlin-Karlshorst, Garde-Schützenbrigade der sowjetischen Streitkräfte, Russian HQ C-440/91; Foto: U.S. Army Photograph, Quelle: AlliiertenMuseum Bildarchiv (B 2018/18.00312), Copyright: AlliiertenMuseum Berlin // U.S. Army

Quellen

  • Hans Albert Hoffmann, Berlin, Sowjetische Garnisonstadt 1945-1994

Abgerissenes Kasernengelände der Berlin Brigade in der Wuhlheide
Treskowallee, Wuhlheide, Fahrradweg markiert die alte Kasernenstraße
(ehem. Volks- und Waldpark Wuhlheide)